Zugrinderseminar in Pabstthum bei Neuruppin

16.08.2015

Zugrinderseminar in Pabstthum bei Neuruppin am Sonntag 16.08.2015 um 9 Uhr

An einem sonnigen Sonntagmorgen trafen wir uns zu einem Schnupperkurs auf einem kleinen Hof bei Neuruppin, nördlich von Berlin. Mit vier Teilnehmern war unsere Gruppe zwar sehr klein, doch dafür umso persönlicher und intensiver. Die Liebe zu Rindern war uns allen gemeinsam – doch Erfahrungen mit Zugrindern hatte keiner von uns. Vom Rinderhalter bis zur unerfahrenen Studentin waren wir ein buntgemischter Haufen mit einem gemeinsamen Ziel: mit Rindern fahren lernen.

Dabei lernten wir von Astrid Masson viel mehr als nur wie man ein Rind vor den Wagen spannt. Bevor wir Bekanntschaft mit den zwei angelernten Färsen – ein rotes Höhenvieh und ein Deutsches Schwarzbuntes Niederunsgrind – machten, lernten wir zunächst ihre Sprache verstehen. Denn obwohl Rinder und Pferde manches gemeinsam haben, sind sie manchmal doch grundverschieden in ihrer Körpersprache. So bestand unsere erste Unterrichtsstunde in Geschichtsunterricht (gemeinsame Geschichte von Rind und Mensch), Körpersprache der Rinder und Rinder-Erziehung – immer nach dem Motto: hart aber herzlich.


Nach der Theorie folgte die Praxis. Wie fängt man ein Rind, wenn es weglaufen will? Wie füttert man gleichzeitig eine Kartoffel während man eine Kuh aufhalftert? Wie war noch mal das Kommando für ‚loslaufen‘? Und natürlich die ständige Erinnerung: „Nicht das Tier angucken! Und sofort loben!“


Trotz der vielen Bremsen und der sengenden Hitze hatten wir viel Spaß. Nach einigen Führübungen und Bodenarbeit wie Rückwärtsrichten um die Ecke hatten wir Anfänger schon eine ganze Menge gelernt. Um allen Beteiligten eine Pause zu gönnen, setzten wir unsere zweite Theoriestunde im Schatten fort. Astrid erklärte uns vom Stirn- zum Nackenjoch bis zum Dreipolsterkummet die verschiedenen Anspannungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen. Auch Klauenbeschlag und andere Themen wurden besprochen, bis uns keine weiteren Fragen mehr einfielen.


Schließlich holten wir die Tiere in den Stall, wo wir sie putzten und das Geschirr anlegen lernten. Dann erst ging es an die eigentliche Arbeit. Mit Rind und Grubber zogen wir Reihe um Reihe das Unkraut aus dem Feld. Als Belohnung für so viel gut erledigte Arbeit verfütterten wir an diesem Tag so einen großen Eimer Kartoffeln als Leckerlies an unsere zwei fleißigen Rinderdamen. Und da wir Menschen ebenso viel gearbeitet und gelernt hatten bekamen auch wir zum Abschluss noch ein großes Stück Zwetschgenkuchen. Mit vielem neuen Wissen, kleinen und großen Erfolgserlebnissen und einer wunderschönen Erinnerung verließen wir gegen Abend den Hof um unsere – zum Teil sehr weite – Heimreise anzutreten.


Vielen Dank, Astrid, für diesen lehrreichen und schönen Tag!

Zugrinderseminar in Pabstthum bei Neuruppin am Sonntag 16.08.2015 um 9 Uhr

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