Vollkummet

Oberdeutsches Vollkumt

Die Ähnlichkeit mit einem Pferdekumt deutet auf die Entwicklungsgeschichte hin. Die Polsterteile werden jedes für sich hergestellt und dann zusammen genäht. Auch die höhere Kumtöffnung vorn deutet auf eine Abstammung vom Pferdekumt hin, tragen doch Rinder den Hals ganz anders. Ein weiteres Indiz ist die mangelnde Weite hinten: beim Rind ist der Widerrist dicker als der Hals. Dazu kommt ein tief angelegter Zugpunkt, auch aus dem Pferdebereich übernommen. Dieses Kumt hat häufig Probleme bei der Benutzung, es steigt unter der Belastung, ist kaum verstellbar und für Rinder nicht besonders ideal.

Hier ein weiteres oberdeutsches Vollkumt, mit braunem Lack, schwarzem Hochglanzlack, silberner Farbe verunstaltet; wie die Hamen und die Polster zusammengefunden haben weiß ich nicht, sitzen doch die Löcher für die Stränge tiefer als die Strangflecken, die die Polster schonen sollen.

auch bei diesem oberdeutschen Vollkumt hat man "restauriert": goldfarbene Polsternägel neben grob geflickten Kumtpolstern, goldfarbene Pratzen an einem abgewirtschafteten Arbeitsgeschirr; trotzdem läßt sich viel erkennen - außer zahllosen Holzwurmlöchern

Mitteldeutsches Vollkumt

Hier ist das Polsterkissen meist durchlaufend mit einem nach hinten offenen Halsraum. Allerdings sind auch hier die Kissen zu lang und das Kumt steigt unter der Belastung. Der deshalb niedrige Zugansatz verhindert das leider kaum, bringt dafür mehr Druck auf das Buggelenk. Selten sind sie in geringem Maß oben verstellbar und selbst Halteriemen können den schlechten Sitz oft nicht ausgleichen.

Sächsisches Vollkumt

Oberschlesisches Vollkumt

Das Kennzeichen dieses Kumts sind die dicken Polster die zusätzlich zu einem regulären Vollkumt benutzt werden. Die Form ist von Haus aus so groß angelegt, daß es auch den stärksten Tieren paßt, alles andere wird durch Kissen ausgeglichen. Dadurch macht das Kumt einen schweren und groben Eindruck und unter den vielen Polstern schwitzen die Tiere insbesondere im Sommer enorm. Die Kumtkissen sind oben meist zusammengenäht und es fehlt jede weitere Einstellbarkeit. Der Zugpunkt liegt zu tief und fördert unmäßigen Druck aufs Buggelenk.

österreichisches Vollkumt

Vollkumt aus dem Elsass