Samstag und Sonntag 7. / 8. März 2015
Ort: Wettenberg bei Gießen
bei Franziska Schimke (Ochse Urmel)

im Landhaus Mehrblick, Burgstrasse 84 35435 Wettenberg T: 0641 / 7979660
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Wettenberg, Krofdorf-Gleiberg

Wir schreiben das Jahr 2015 - aus dem zaghaften Treffen um die vergangene Jahrtausendwende ist nun schon eine Tradition erwachsen und so haben wir uns auch ganz aktuell in altbewährtem Rahmen getroffen.

Dieses Mal verschlägt es uns wieder „zentral“ nach Wettenberg in der Nähe von Gießen. Den Ort Wettenberg gibt’s nicht wirklich, den gibt‘s eigentlich gar nicht, es ist hauptsächlich der tatsächlich existierende Ort „Krofdorf-Gleiberg“ damit gemeint.

Franziska Schimke und Christian Hölzing haben uns (diesmal waren wir mehr als 40 Leute) mit gewohnt zwanglosem Programm erwartet.

bekannte Gesichter

Samstag:
der Nachmittag und Abend vergingen wie im Flug. Nach dem Empfang bei Kaffee und Kuchen konnten wir bei einem - nach langer Anfahrt angebrachtem - ersten Erkundungsgang die Erklärungstafeln am Wegesrand bestaunen. Was für eine tolle Idee! Sie informieren über die Vielfalt von Rinderrassen, eingebunden in "ihre" Landschaft, hier natürlich das Rote Höhenvieh, und die Bedeutung welche die Rinder für die Umwelt, die Landwirtschaft und damit auch die weiteren sozialen Strukturen haben.

Unterbrochen von einem opulenten Büffet zum Abendessen fanden wir uns zu diversen Video- und Bildpräsentationen im gemütlichen Saal des "Mehrblicks" ein. Lachen, Staunen und Gesprächsfetzen begleiteten die Vorträge, am Boden in der Mitte wurde engagiert am Hemmschuh gepuzzelt, zu unvertraut der ehemals alltägliche Gegenstand. Immer interessant: Bilder vom "Tag der Ernte" aus Kommern, Gerd Linden hat sie mitgebracht und erklärt. Cozette Griffin-Kremer erzählte von den Bemühungen wenigstens ein europäisches Netzwerk zu knüpfen um gemeinsame Vorstellungen und Kräfte zu bündeln. Sie brachte Neuigkeiten von diversen französischen Zugrinder-Treffen mit und wie versucht wird landwirtschaftliche Museen mit einzubinden. Wer also europaweit nach Terminen sucht, bei denen es um das Arbeiten mit Zugrindern geht, muß sich an Cozette wenden.

Karl Wilhelm Becker erzählte vom Ochsenfest in Karli's Kuhschule (oder: wie binde ich den Jungfernkranz zum Almabtrieb?) und den Abenteuern des Festumzugs. Außerdem zeigte er Bilder seiner Vierbeiner vorm Brandenburger Tor und im Freilichtmuseum Kommern. Zwischendrin übersetzte er auf seine eigene Art ins Englische, wir sind ja schließlich international. Hubert Schöny ließ uns mit Bildern und Videosequenzen teilhaben an der Ausbildung seiner Murbodner Nachwuchsrinder. Langfristig soll es ein Sechserzug werden, mit vieren geht momentan die intensivste Arbeit. Anne Wiltafsky erklärte ihre Arbeit um die Körpersprache des Rindes - je besser man sich darin selbst ausdrücken kann, desto selbstverständlicher "folgen" die Rinder. Am besten funktioniert ihre "Putzerfisch-Strategie", was sie mit eindrucksvollen Videos bewiesen hat. Das Thema ist spannend wie ein Krimi. Gegen 1Uhr morgens vertrödelten sich die letzten in ihre Betten; zu viele interessante Diskussionen ...

Sonntag:
Heute zeigte sich „Urmel“ in sattem Rotbraun und dann in Aktion, eine ganze Runde vor dem 2-achsigen Wagen im neuen Geschirr; blöd gelaufen, wenn man im Winter so wächst, daß nichts mehr paßt. Und jeder von uns hatte dazu eine Anmerkung, jeder ... Dem Urmel wars egal, er zog brav und freute sich ob der Streicheleinheiten von Seiten seiner 2-beinigen Freundin. Gefachsimpelt wurde über einen Pflug, neues Ochsengeschirr und die Blütenkränze an den 3PKs für den Almabtrieb. Das frühlingshafte Sonnenwetter hat uns verleitet, nach dem Rundgang hinter dem Stall bei Suppe und Kaffee und Kuchen gleich weiter zu diskutieren. Es fiel schwer sich wieder auf den Nachhause-Weg zu machen.